Lyra und Krähe groß Entwurf1

Männergesangverein Sängerlust 1912 Großlangheim e.V.

Träger der Zelter-Plakette.

Zelterplakette vorne
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Trink ihn aus,
den Trank der Labe,
und vergiss den großen Schmerz!
Wundervoll ist Bacchus´Gabe,
Balsam für´s zerrissn´ne Herz!

(F. v. Schiller)

Aus der Geschichte des Männergesangvereins „Sängerlust“.

Gegründet wurde die „Sängerlust“ am 6. Juli 1912 von 50 sangesbegeisterten Männern. Erster Vorstand wurde Andreas Schmitt und zweiter Vorstand Lehrer Max. Sauer wurde erster Chorleiter. Gründungsort war das Gasthaus Baumann in Großlangheim. Immerhin sangen damals schon 40 aktive Männer, die Freude am gemeinsamen Singen fanden.

Schon 1914 nahm man in Hohenfeld an einem Sängerwettstreit teil und belegte den 3. Platz, was für den jungen Chor ein beachtlicher Erfolg war.

Der 1. Weltkrieg unterbrach diese hoffnungsvolle Entwicklung des Männergesangsvereins und nach den Kriegsjahren begannen die Übriggebliebenen wieder mit den Singstunden.  

Dass man mit Tatkraft die Sache des Liedes und der Geselligkeit – letzterem hatte sich der Verein von Anfang an ebenfalls verschrieben – anging, zeigt das zehnjährige Vereinsjubiläum 1922, wo man sich trotz schwerer Inflationszeit eine Vereinsfahne für 11.000 Mark kaufte. Im Jubiläumsjahr musikzierten bereits 47 aktive Sänger, darunter ein beträchtlicher Anteil Jugendlicher. Zur Fahnenweihe waren 40 Gesangvereine in Großlangheim zu Gast.

Seit 1926 gehört der Männergesangverein „Sängerlust“ dem deutschen Sängerbund an.

Als der erste Vorstand, Andreas Schmitt, verstarb, leiteten Johann Endres und Georg Sell einige Jahre den Verein. Nach ihnen kam bis 1934 ein Mann an die Spitze der Sängerlust, der auch nach dem 2. Weltkrieg noch einmal die Führungsposition übernahm: Konrad Hartmann.

Lehrer Sauer wurde nach Riedenheim versetzt, sein Nachfolger als Chorleiter wurde Emil Weth, der nicht nur rund ein Vierteljahrhundert dirigierte, sondern sich auch als Schriftführer und Kassier große Verdienste um den Verein erwarb.

Von 1935 bis 1946 stand Baptist Rickel dem Verein vor, unter seiner Regie wurde 1937 das 25-jährige Vereinsjubiläum mit dem Gruppensängerfest gefeiert. Leider fehlen zu diesen Festtagen die Unterlagen in der Chronik, da die entsprechenden Seiten aus den Jahren des „Tausendjährigen Reiches“ entfernt wurden.

Während des 2. Weltkrieges erstarb die Tätigkeit des Vereins. Erst am 7. April 1947 konnten die Gesangsproben wieder aufgenommen werden, auf Initiative von Baptist Rickel versammelten sich die Sänger wieder zu regelmäßigen Proben.

Zunächst leitete Konrad Hartmann den Chor und Karl Köstner wurde bis 1949 erster Vorsitzender, dann wurde Johann Weigand an die Spitze des Vereins gewählt.

Beim Ehrenabend am 9. Januar 1949 wurden Baptist Rickel zum Ehrenvorsitzenden und Emil Weth zum Ehrenchorleiter ernannt. In dieser Zeit wurde auch ein gemischter Chor gegründet, der im Februar 1949 vom Männergesangverein übernommen wurde. Geleitet wurde dieser von Oberlehrer Erwin Weißenberger, der auch den Männerchor übernahm, bis er 1951 aus beruflichen Gründen aus Großlangheim weg ziehen musste.

Emil Weth nahm bei den Männern wieder den Taktstock in die Hand und die „gemischte Abteilung“ leitete kurze Zeit Lehrer Ernst Frank, bis sogar ein Musikprofessor, Karl Lamatsch, gefunden wurde. In den Archiven findet sich dazu der beziehungsreiche Satz: „Daß ein Aneinanderfinden jedoch unmöglich erschien, entweder war der gemischte Chor der hohen Musikkunst nicht gewachsen oder durch das fremdartige Verhalten des Professors eine merkliche Trägheit aufgekommen.“

Nach ihm ging Hermann Vierhub-Lorenz ans Dirigentenpult, doch der gemischte Chor konnte sich nicht mehr lange halten.

Nach dem Tod von Emil Weth fand der Männerchor in Lehrer Alois Worschech, der den Chor Ende 1951 übernahm und bis zu seinem Tod 1970 leitete, einen konstanten Dirigenten. Unterstützt wurde er durch Pianist Fritz Günther.

Von da an ging es mit der Sängerlust wieder stetig aufwärts und schon das 40 jährige Stiftungsfest 1952 war eines der größten Feste, das in den 50er Jahren in Großlangheim gefeiert wurde. Die umfangreichen und äußerst gewissenhaften Aufzeichnungen des damaligen Schriftführers Friedrich Smolka belegen, dass sich sehr große Mühen bei den Vorbereitungen zu dem Jubiläum gemacht wurde, bei dem Landrat Oskar Schad Schirmherr war und das auf der „Seilings-Wiese“ gefeiert wurde.

Übrigens war zu dieser Zeit der damalige Bürgermeister des Marktes, Alois Hümmer, Vereinskassier. Johann Weigand stand von 1949 bis 1956 an der Vereinsspitze, danach führte wieder Konrad Hartmann die Geschicke des Vereins, er wurde aufgrund seiner Verdienste Ehrenvorstand.

Von 1962 bis 1967 leitete Josef Türke den Verein, den dann Robert Endres übernahm.

In den 60er Jahren nahm der Männergesangverein einen großen Aufschwung, als viele junge Leute zum Chor stießen. Ehemalige Schüler dem Lehrer Worschech schlossen sich den Sängern an.  Große Verdienste bei der Werbung junger Sänger erwarb sich Robert Endres. Gerade dessen unermüdliches Werben um Nachwuchs ist es zu verdanken, dass auch heute noch der Chor eine große Schar von aktiven Sängern aufweisen kann. Nach seinem Rücktritt wurde Robert Endres 1990 zum Ehrenvorstand ernannt.

Von 1970 bis 1983 dirigierte der spätere Ehrenchorleiter Oskar Zins die Männer. Er konnte aufgrund seines musikalischen Wissens und seiner Fähigkeiten das hohe Niveau des Chores halten.

Seit 1983 steht in erster Reihe als Dirigent Winfried Worschech. Herr Worschech versteht es stets mit der richtigen Dosis an Ernst, Niveau und Witz den wilden Haufen der Männerlust zu Höchstleistungen zu bringen. Mit seiner einzigartigen, stets geduldigen Art schafft er es selbst die schwersten Stücke wohlklingend aus unseren Kehlen zu entlocken. Ob historisches Liedgut oder moderner Pop, ein jedes Lied wird ein Meisterwerk.

Dank der großzügigen Zuwendung des Marktes Großlangheim und dank zahlreicher Spenden von Vereinsmitgliedern und Gönnern war es möglich, dass im Jubiläumsjahr 1987 ein neues Klavier angeschafft werden konnte.

Das 75 jährige Stiftungsfest wurde am 20.und 21.Juni 1987 gebührend gefeiert. Der Festgottesdienst fand in der Turnhalle statt. Wir gestalteten ihn mit Liedern aus der Deutschen Messe. Den Festzug bildeten 32 Vereine aus Nah und Fern.

Ralf Weigand, sein Name ist Programm, übernahm 1990 die Führung des Vereins.   

Im November 2000 wurde der Kinderchor in den Verein aufgenommen. Frau Petra Sterk gründete den Kinderchor und betreut und leitet ihn bis heute.

Der Männergesangverein „Sängerlust“ wurde im Jahre 2001 ins Vereinsregister eingetragen.

Ein Höhepunkt war auch im Jahr 2001 die Fertigstellung und der Bezug des eigenen Sängerheims in den Wänden der ehemaligen Synagoge und dem Feuerwehrhaus. Mit eigener Hände Arbeit und Schweiß wurde in vielen Stunden ein Schmuckstück für  alle aktiven und passiven, stets geselligen Sänger geschaffen, was keinen Vergleich im Landkreis scheuen muss.

Am 29.und 30.Juni 2002 wurde das 90 jährigen Stiftungsfest gemeinsam mit dem Gruppensängerfest der Sängergruppe Kitzingen gefeiert.

Von 2005 bis 2008 war Josef Türke der 1. Vorsitzende. Herr Türke gestaltete in seiner Amtszeit mit neuen Wegen und modernen Sichtweisen den Verein weiterhin fit für die Zukunft.

Seit 2007 verfügt der MGV über eine eigene Homepage, die sehr liebevoll und mit dem notwendigen Humor von Thomas Sterk erstellt wurde. Hier kann man weltweit und rund um die Uhr stets die aktuellen Themen, Termine und Bilder vom Verein begutachten, sich informieren oder einfach nur ins Gästebuch eintragen. Bis zum Februar 2012 waren es schon 15.000 Klicks auf der Homepage www.mgv-grosslangheim.de und die Fans reichen von Wiesenbronn bis in die USA.

Seit dem Frühjahr 2008 steht Ralf Weigand wieder als 1. Vorstand an der Spitze des Vereins. Unter seiner Führung wuchs die Zahl der Mitglieder auf  fast 500, dies schaffen nur sehr wenige Gesangvereine in Deutschland. Seiner einzigarten, sehr aktiven Art ist es unter anderem zu verdanken, dass der Verein heute da steht, wo er steht. Nicht nur seine einzigartige Tenorstimme, sondern auch seine Kunst für Rhetorik beschert ihm schon heute eine Endlosliste für gewünschte Grab-, Geburtstags- und Vereinsreden.

Im 10. Jahr des Kinderchores beeindruckten die Kinder 2011 auf zahlreichen Konzerten im Landkreis Kitzingen. Ob auf der Gartenschau oder im Kulturhaus in Großlangheim, sangen sie mit ihren 40 aktiven Kindern stets Lieder auf Höchstniveau. Man muss schon lange suchen, um Vergleichbares zu finden.

Seit 2011 ist der Rest des ehemaligen Etwashäuser Männerchors fester Bestandteil der aktiven Sänger. Mit diesen zusätzlichen Stimmen sind wir zum stärksten Männerchor im Landkreis Kitzingen gewachsen.

Der Männergesangverein sowie der Kinderchor werden auch in Zukunft die Tradition pflegen, sowohl bei hohen Kirchenfesten den Gottesdienst feierlich zu gestalten, als auch bei gesellschaftlichen und Vereins-Familienfesten der Sangesbrüder feierlich zum Gelingen beizutragen. Der Männergesangverein ist aus dem Gemeindeleben einfach nicht mehr wegzudenken, ob an Dorfmeisterschaften im Fussball, beim Bürgerschießen, als Veranstalter von Familienwandertagen, dem Krackenmarkt, als Musikbox an Wein- und Vereinsfesten  oder als Veranstalter der traditionellen Sonnwendfeier bis hin zu grandiosen Vatertags- und Waldwanderungen prägt er doch stark das interne Bild des Ortes und trägt die Wörter Gesang und Großlangheim weit über die Landkreisgrenzen hinaus. 

So wünschen wir dem Verein auch die nächsten 100 Jahre die Energie, diesen Erfolg in gleicher Weise weiter zu führen.

Die letzten Gründungsmitglieder des MGV Eines der ersten Bilder
Fahnenweihe 1922
Gruppenbild1986 160x160 Bild75JahreSängerlust 160x160
MGV_Chor_Kinder 001 160x160
2005 vorm Sängerheim 160x160
MGV Gruppenbilder Mai 2002-015
MGV_Chor_Kinder 160x160
Liedernachmittag2010

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder

100 Jahre Männergesangverein „Sängerlust“ Großlangheim

Wenn alle aktiven Sänger – und wir sind ja über 50 – beim Fest zum 100jährigen Bestehen ihres MGV so begeistert sagen könnten, wie es vor 50 Jahren der Hartmann’s Konrad als Vorstand in seinem Grußwort der Festschrift schrieb, dann werden wir voller Zuversicht noch lange weiter bestehen können: „Dieser Festtag meines Vereins ist auch mein Jubeltag. Ich habe es nicht einmal bereut, dass ich mich dem Lied verschrieben habe. Und was hat es mir gegeben? Viele gute Freunde, ein frohes Gemüt, klingende Worte zum Lobe des Herrn, Lebensfreude und Entspannung nach körperlicher Arbeit.“

So kann der Großlangheimer Männergesangverein mit Begeisterung und voller Freude das große Fest des 100jährigen Bestehens gebührend feiern. Blicken wir einmal kurz zurück. Bereits vor 250 Jahren gab es in Großlangheim um 1740 einen Kirchenchor mit einer eigenen Musikkapelle, der bis 1907 bestand. Und daraus erwuchs fünf Jahre später im Jahre 1912 der Männerchor. 

Aber schauen wir lieber in die Zukunft. Das nächste große Fest in Großlangheim könnte man sich ohne den Männerchor gar nicht vorstellen. Schon im übernächsten Jahr 2014 kann die Marktgemeinde ihr 600jähriges. Bestehen feiern; denn seit 1414 ist der Ort mit Mauern gesichert und durch Gräben um das Dorf herum abgeschirmt. Seit dieser Zeit war Großlangheim befugt, einen Wochenmarkt und zwei Jahrmärkte abzuhalten. Nicht umsonst ist zum Beispiel bis heute der „Krakenmarkt“ weithin so beliebt.

Noch höher wird es im Jahre 2016 hergehen, wenn das fränkische Wein- und Spargeldorf am Hang des Schwanbergs die Gründung des Ortes festlich gestalten wird: Seine 1200-Jahrfeier.

Was ist aber das Geheimnis, dass der MGV im Jahre seines 100jährigen Bestehens so stattlich dasteht, so beliebt ist und gerne gehört wird? Der Chor kann mit seinem hoch motivierten und aufgeschlossenen Chorleiter und seiner engagierten Vorstandschaft hoffnungsvoll in die weitere Zukunft blicken. Es ist wichtig und geschickt, wenn man das heimische und in der Landschaft bekannte Liedgut hoch schätzt und gleichzeitig ein feines Gespür dafür hat, was man gerne singt und was gut ankommt.

Fast jedem Sänger wird es so ergehen, dass ihm das Herz höher schlägt, sobald er zwischen seinen Sangesbrüdern hockt und ein schönes vierstimmiges Lied zu klingen beginnt.

Der Mensch ist zum Singen geboren. Wie viele vergessen das allzu oft. Aber erst dann, wenn die richtige Atmosphäre, die ganz besondere Gelegenheit gekommen ist, wirkt ein bestimmtes Lied und erst recht ein Männerchorlied überzeugend. Das wissen auch die aktiven Sänger, dass man sich diese Einmaligkeiten und Schönheiten des Lebens nicht nehmen lassen darf. Sie werden weiter singen, solange ihnen der Herr dieses Geschenk macht.

Schon bei der wöchentlichen Chorprobe im Sängerheim des Kulturhauses vergisst man schneller als anderswo all die kleineren Ärgernisse und Unannehmlichkeiten des vergangenen Tages. Deshalb kann nicht oft genug daran erinnert werden: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Wo man singt, dort kannst du dich wohl fühlen

An dieser Stelle sollte auch daran gedacht werden, welche Bedeutung in der jetzigen Zeit ein Männerchor hat, der sich seit hundert Jahren seinen Platz in der Gesellschaft gehalten hat.

Lieder und Gesang schaffen Ausgeglichenheit, innere Ruhe und Entspannung. Gesang kann sogar einen kranken Körper und die Seele heilen und Angstzustände bekämpfen.

So ist es beim Männergesangverein „Sängerlust“ Großlangheim eine gute Gewohnheit, dass zu Beginn einer Probe meist ein bekanntes Volkslied gesungen wird, bei dem man öfter einmal in die Kindheit und Jugendzeit versetzt wird.

Wer gerne singt, ist lebensfroher, hat eine größere Zuversicht und eine bessere Laune als andere. Eine Stimme, die nicht mehr singt, wird rascher alt.

Es können nicht allzu viele Menschen auf einmal miteinander verständlich reden, aber singen können sie, vor allem in einem Chor. Gemeinsames Singen ist die höchste Form des Dialogs.

Auf jeden Fall wird stets ein feiner Chor ein Loblied auf die Natur, auf die Menschen und auf den höchsten Herrn sein: „Wohl den Meister will ich loben, so lange noch mein Stimm erschallt.“

Reinhard Worschech

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